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Erste Bank und Sparkassen “besetzen” OMV-Tankstellen

Erste Sparkassen OMV-Terminal_585

“Bargeld Tanken” ist das neue Motto der Erste Bank und Sparkassen. Im Rahmen einer exklusiven Kooperation mit der OMV bieten sie Bankdienstleistungen bundesweit an 170 Tankstellen mit VIVA-Shop.

Mit einem Schlag steigern Erste Bank und Sparkassen ihre örtliche und zeitliche Präsenz, bieten einen für Österreich neuen Service und sichern sich mit einer exklusiven Kooperation wichtige Standorte.

Seit einigen Jahren verfolgt die Gruppe ja offen das Ziel, Raiffeisen als größte Bankengruppe des Landes abzulösen. Dass das in erster Linie über ländliche Regionen geht, wo Raiffeisenbanken stets Marktführer sind, ist klar. Und dass man nicht überall Filialen aufsperren kann, um Raiffeisen vor Ort direkte Konkurrenz zu machen, ist auch klar.  Jetzt kommt man den Kunden aber doch einen Schritt entgegen.

Auf Tankstellen zu setzen ist dabei sicher ein sehr kluger Schritt, den ich selbst seit Jahren befürworte. Tankstellen entwickeln sich immer mehr zu lokalen Shopping-Tempeln, speziell außerhalb der üblichen Öffnungszeiten. ABer nicht nur. Tankstellen-Shops haben sich längst etabliert, bieten ein immer größeres Sortiment an Produkten und Dienstleistungen (z.B. Paketservices) und sind mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Viele Leute tanken wöchentlich und besorgen sich dabei ihre  Zeitung, ihr frisch gebackendes Gebäck, trinken einen Kaffee und vieles mehr. Und wenn in der Nacht oder am Wochenende irgendetwas ausgeht, dann geht’s in Richtung Tanke. Warum also die Frequenz nicht auch für Bankgeschäfte nützen bzw. umgekehrt damit zusätzliche Frequenz in die Tankstelle bringen? Zudem besteht der Trend, dass sich das Einkaufen auch in den größeren Orten und Städten immer mehr an den Stadtrand verlagert. Dort, wo in der Regel auch Tankstellen sind. Warum also nicht den Kunden folgen…?

Tja, das werden sich Erste Bank, Sparkassen und OMV wohl auch gedacht haben. Damit wird wieder einmal ersichtlich, dass der Sparkassen-Sektor mittlerweile im Stande ist, geschlossener und einheitlicher aufzutreten und schneller einheitliche Entscheidungen zu Stande zu bringen als andere dezentrale Sektoren. Gewiss wird es auch dort Diskussionen gegeben haben, aber man hat diese (offensichtlich) überwunden. Und nachdem Bankdienstleistungen in Österreich bisher noch eher selten waren, ist man den anderen nun einen Schritt voraus und hat man sich jetzt kurzerhand einen netten Wettbewerbsvorteil durch Kooperation mit dem Marktführer erzielt.

Privatkunden und Gewerbekunden (!) haben nun eine Alternative für das Tagesgeschäft. Während man für gelegentliche Beratungsgespräche schon mal ein bisschen weiter fährt, sind es gerade Tätigkeiten wie Kontoauszüge oder Einzahlungen, die eine örtliche Nähe erfordern. Mit den Automaten in VIVA-Shops verkürzen Erste Bank und Sparkassen diesen Weg nun für viele Kunden. So auch für Gewerbetreibende und Händler, die hier sogar ihre Tageslosung “deponieren” können. Und wenn man nicht viele Kunden damit gewinnt, so bleiben am Ende des Tages doch wahrscheinlich sehr viele Barbehebungen von Fremdkunden, die ja auch ein nettes Körberlgeld bringen. Den Boxenstopp zum Geldbeheben zu verwenden, nützen sicher viele Kunden. Zusätzlich werden die Geldbeheber natürlich mit Werbebotschaften konfrontiert und derartige Standorte werden noch viel wichtiger, wenn in den nächsten Jahren Kundenansprachen via SB-Geräte immer häufiger werden. Ein strategisches Asset also.

Es wird interessant zu beobachten, wie sich dieses Projekt entwickeln wird. Von Versuch kann bei 170 Standorten ja nicht mehr die Rede sein und bestimmt hatte man gute Piloterfahrungen, bevor man diesen Schritt setzte. Interessant wird auch, ob und wie die anderen reagieren werden. Zumindest bei den dezentralen Konkurrenten bin dich da skeptisch, ob diese sich die (wenigen verbleibenden Kooperationspartner in der stark konzentrierten Branche) kurzfristig sichern werden….

Informationen der Erste Bank

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Alexander Neumayer

About Alexander Neumayer

Als Stratege und Interimsmanager unterstütze ich Banken, Versicherungen und andere beim Finden und Beschreiten von "neuen Wegen zum Erfolg" durch neue strategische Positionierungen, Innovationen und neue sowie optimierte Produkte und Dienstleistungen. Gerne übernehme ich dabei auch Verantwortung in der Umsetzung. Auf finance-cafe.net verfolge ich Trends und Entwicklungen in der Banken- und Finanzbranche sowie in relevanten neuen Technologien und beschreibe die strategischen Auswirkungen auf die Branche, ebenso wie Entwicklungen bei Anbietern, Innovationen und Produkten.

One Response to "Erste Bank und Sparkassen “besetzen” OMV-Tankstellen"

  • Alexander Neumayer
    18. Juni 2010 - 16:36

    SB-Terminals in OMV-Viva-Shops bringen Erste Bank und Sparkassen pro Tag EUR 220.000 Liquidität durch 2.500 neue Sparcards. Gewerbekunden zahlen täglich rund halbe Million pro Tag auf ihre Konten ein.

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