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Vignettenaktionen: Alle Jahre wieder das Selbe!?

Es scheint mittlerweile wenig innovativ zu sein. Seit Einführung der Autobahn-Vignette in Österreich wurde sie ein beliebtes „Geschenk“ für die Neukundengewinnung.

Aber kann man heute mit einer Vignette noch Erfolg haben? Wirken Vignetten-Aktionen mittlerweile nicht abgedroschen und wenig einfallsreich?

Nun ja, die Mega-Innovation sind Vignetten-Aktionen sicher nicht mehr. Seit der Einführung der Vignettenpflicht auf österreichischen Autobahnen im Jahre 1997 sind sie in Werbekampagnen zu Jahresschluß nicht mehr weg zu denken. Besonders unter Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen sowie bei Banken, Versicherungen und anderen Finanzunternehmen sind sie besonders beliebt, um knapp vor dem Jahresultimo noch die Verkaufszahlen nach oben zu schrauben.

Und es funktioniert scheinbar. Die ING-DiBa, wahrscheinlich das erste Finanzunternehmen, das auf diesen Zug aufsprang, setzt seit Markteinstieg in Österreich jeden Herbst auf diesen Bonus. Interessant dabei, dass es bei der ING-DiBa nichtmal die Vignette selbst gibt, sondern den entsprechenden Betrag in „bar“ als Vignettengeld. Man schmückt also eine Geldprämie mit dem Begriff „Vignette“ und die Attraktivität für Kunden steigt?

Laut meinen Studien über das Nachfrageverhalten und die Zahlungsbereitschaft der Kunden, z.B. im Bezug auf Gehaltskonten, muss ich sagen „ja“. Die Vignette sticht in Kundenbefragungen andere Prämien aus, die einiges mehr kosten können. Man kann sagen, dass die Vignette, die für 2011 EUR 76,50 kostet, durchaus einen „Vergleichswert“ von EUR 100 bei anderen Prämien hat, z.B. Einkaufsgutscheinen oder Tankgutscheinen. Aber woher kommt das?

Zum Teil sicher aus der Tatsache, dass die Vignette von Beginn an sehr unbeliebt war und ist. Sie wird als erzwungenes Übel empfunden. Ein Betrag, den man sich gerne erspart. Ich kenne Fälle, wo Kunden in einer Bank irgendein Produkt abgeschlossen haben, nur um zu einer Vignette zu kommen. „Ganzheitliche Beratung“ ist da letztranging. Hauptsache man „erspart“ sich vermeintlich die 76,50. Zum anderen ist es ein „Produkt“, das die Mehrheit der Bevölkerung braucht und sich auch zulegt. Und zum Dritten ist es leicht kommunizierbar. Jeder versteht sofort worum’s geht und was der persönliche Vorteil ist.

Zahlt es sich nun auch für Finanzdienstleister aus, zumal ja zusätzlich zum Preis der Vignette auch die KEST anfällt und vom Institut zu tragen ist (immerhin EUR 19,13)? Tja, das kommt sicher stark aufs Produkt an. Die ING DiBa, die ja „nur“ eine Einzahlung von EUR 5.000 fordert, kann damit offensichtlich noch immer Neukunden und neue Einlagen gewinnen (oder ist ihnen einfach noch nichts besseres eingefallen?). Bei der Eröffnung von Gehaltskonten würde ich die Relation auch noch positiv für die Kunden und entsprechend attraktiv sehen. Das habe ich in meinen Bedarfs- und Zahlungsbereitschaftsstudien ja auch analysiert. Bei anderen Produkten, z.B. Zukunfts- oder Pensionsvorsorgen, fallen die EUR 76,50 ja nicht wirklich ins Gewicht und entsprechen ja in der Regel nichtmal einer Monatsprämie. Da werden nur wenige Kunden ihre Kaufentscheidung durch die Vignette begründen. Anders gesagt: man hätte den Vertrag wohl auch ohne Vignette verkauft. Und wenn es tatsächlich anders wäre, würde ich auf hohe Storno-Raten wetten.

Meiner Meinung nach geht’s bei solchen Aktionen ja schon länger nicht mehr nur um das jeweilige Produkt und die Vignette als Prämie. Es hat sich ein richtiger Vignetten-Wettbewerb gebildet. Man steht mit anderen Vignetten-Angeboten im Wettstreit und die Konsequenz ist, dass wirkliche Vignetten-Jäger wohl auf das günstigste Angebot losgehen. Die liegen wohl eher im Bereich von Medien (siehe unten eine Aufstellung). Zudem müßte man sich als Kunde überlegen (ich sage nicht, dass es alle tun), wie und ob man im nächsten Jahr wieder an eine Vignette kommt. Auch da scheinen die Medien vorne zu sein. Abo verlängern, Vignette abholen vs. langfristiger Vertrag bei Bank oder Versicherung. Und wenn man solche Vignetten-Jäger eh nicht ansprechen will? Ja, dann vergibt man die Vignetten wieder an diejenigen, die ohnehin abgeschlossen hätten.

Meiner Meinung nach muß man sich als Anbieter solche Aktionen generell genau überlegen und speziell bei der Vignette. Die Versuchung scheint groß, da sie als Prämie attraktiv und wirksam scheint. Aber sie hat auch gewisse Mängel. Eingebettet in ein ganzjähriges Neukundenprämierungssystem, das das ganze Jahr Neukunden mit Prämien „empfängt“ würde mir das sc hon besser gefallen, als wenn alle nur zum Jahresende mit der gleichen Prämie auf die gleichen Kunden losgehen….

Wie auch immer. Wer nächstes Jahr eine Vignetten-Aktion plant sollte es sich genau überlegen. Und im Idealfall natürlich auch das Potenzial erheben und analysieren ;-)

Hier ein kleiner Auszug an Vignetten-Aktionen in diesem Jahr:

Finanzdienstleistungen

• Allianz

Gratisvignette bei Abschluss einer Fixkostenpension ab € 70,- p.m.

• BAWAG

Vignette gratis bei Abschluss von LifeInvest oder FlexGarantie

• BKS Bank

Kostenlose Vignette 2011 bei Abschluss einer BKS Zukunftsvorsorge

• ING-DiBa Austria

Jetzt beim Direktsparen € 77,- Vignettengeld kassieren!

• PSK-Versicherung

Vignette 2011 gratis bei Abschluss von LifeInvest oder FlexGarantie

• UNIQA

Kostenlose Jahresvignette bei Abschluss einer Lebensversicherung

• Volksbank

Kombi aus Zukunftsvorsorge & Bausparen plus Autobahnvignette

• Wüstenrot

Autobahnvignette gratis bei Abschluss einer Zukunftsvorsorge PLUS

Zeitungen

• Börse Express

1 Jahr Börse Express (PDF) + Autobahnvignette 2011 für € 230,-

• Krone

Jahresabo mit kostenloster Vignette

• KURIER

Bei mind. 12 Monate-Abo gibt es die Vignette 2011 gratis dazu

• Neue Vorarlberger Tageszeitung

1 Jahr Abo und Gratisvignette

• OÖ Nachrichten

Jahresabo OÖNachrichten + Vignettengeld.

• Österreich

Jahresabo + Vignette 2011 um € 17,90 pro Monat

• Salzburger Nachrichten

2 Monate Salzburger Nachrichten + Jahresvignette 2011

• Tiroler Tageszeitung

Jahresabo mit Gratis-Vignette

Zeitschriften

• Autorevue

Jahresabo + Vignette 2011 um € 99,90

• E-MEDIA

Jahresabo plus Vignette 2011

• Format

Jahresabo plus Vignette 2011

• GUSTO

Jahresabo plus Vignette

• News

Jahresabo plus Vignette 2011

• Profil

Jahresabo plus Vignette 2011

• Seitenblicke Magazin

Jahresabo (51 Hefte) plus Jahres-Vignette 2011

• Trend

Jahresabo plus Vignette

• TV-MEDIA

Jahresabo plus Vignette 2011

• WOMAN

Jahresabo plus Vignette 2011

• Styria Multi Media Magazinshop

Fast alle Magazine mit Gratisvignette (WIENERIN, WIENERIN – Food & Style, miss, COMPLIMENT, DIVA, wiener, SportWoche, SPORTMAGAZIN, Motorradmagazin, TopTimes, skylines, SUCCEED)

Quelle: www.vignette-gratis.at

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Alexander Neumayer

About Alexander Neumayer

Als Stratege und Interimsmanager unterstütze ich Banken, Versicherungen und andere beim Finden und Beschreiten von "neuen Wegen zum Erfolg" durch neue strategische Positionierungen, Innovationen und neue sowie optimierte Produkte und Dienstleistungen. Gerne übernehme ich dabei auch Verantwortung in der Umsetzung. Auf finance-cafe.net verfolge ich Trends und Entwicklungen in der Banken- und Finanzbranche sowie in relevanten neuen Technologien und beschreibe die strategischen Auswirkungen auf die Branche, ebenso wie Entwicklungen bei Anbietern, Innovationen und Produkten.

One Response to "Vignettenaktionen: Alle Jahre wieder das Selbe!?"

  • Robschi
    30. Dezember 2010 - 10:19

    Ich kann aus Erfahrung sagen, dass die “Head of Marketing, Kommunikationsexperten, Kreativen, Agenturen etc.” sehr wohl an einer Alternative zur Vignette interessiert sind.
    Zumal jeder gerne das Rad neu erfinden würde. Was im Markt gelernt und bewährt ist, ist am Ende doch das einfachste, effektivste und vor allem diplomatisch unverfänglichste.

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